Připomenutí 100. výročí protržení přehrady na Bílé Desné

Am diesjährigen 18. September 2016 jährt sich zum 100. Mal die Katastrophe an der Weißen Desse/ Bílá Desná , die vom Dammbruch der gerade erbauten Talsperre verursacht wurde.

Am diesjährigen 18. September 2016 jährt sich zum 100. Mal die Katastrophe an der Weißen Desse/ Bílá Desná , die vom Dammbruch der gerade erbauten Talsperre verursacht wurde. Sie riss 67 Menschen in den Tod, verursachte den Überlebenden unsägliches Leid und bittere Not, für das damals prosperierende Städtchen war sie ein schreckliches Desaster. Diese Katastrophe beeinflusste in den folgenden Jahrzehnten den Bau ähnlicher Stauwerke. Die Talsperre ist ein europäisches Unikat, ist sie doch die einzige Talsperre mit Schüttdamm, der je aus technischen Gründen brach. Ihrem ursprünglichen Zweck diente sie lediglich 10 Monate, ja zum Unglückszeitpunkt war sie noch nicht einmal völlig gefüllt (ca. nur ¾). Dafür ist sie nun schon 100 Jahre lang touristisches Highlight.

Auf Initiative des Senators des tsch. Parlaments und Bürgermeisters der Gemeinde Albrechtice v Jizerských horách, Jaroslav Zeman, wurde 2013 das Projekt der „Wiederherstellung des Kulturdenkmals Gebrochene Talsperre an der Weißen Desse“ aus der Taufe gehoben, dessen Ziel es ist, den örtlichen Tourismus zu fördern. Dieser Initiative schloss sich auch die Stadt Desná an, ja sie wird von der gesamten Mikroregion Tanvald unterstützt. Auch die Unternehmen Lesy ČR, Povodí Labe und die Leitung des LSG (CHKO) beteiligen sich. Ziel des Projektes ist es, die Gebrochene Talsperre von Anfluggehölzen zu befreien, damit der grandiose Gesamtblick auf die Reste des einstigen Staudammes frei wird. Darüber hinaus wurden seine steinernen Teile gefestigt, das gesamte Gelände mit Informationstafeln ausgestattet, eine neue, sicherere Laufbrücke über die Desse/ Desná und am einstigen Standort der Krömerbaude ein touristischer Unterschlupf errichtet. Zudem wurden Gehwege auf dem Damm errichtet und ein Lehrpfad gegründet, der aus Desná bis zum Gelände der Gebrochenen Talsperre führt. Im Stadtkern selbst wurde ein hölzerner Glockenturm errichtet (er entstand beim Tag der Kettensägenkunst in Desná ) samt Flutmarke, die den Wasserpegel bei der damaligen Flutkatastrophe anzeigt und einem Schild, das auf den Lehrpfad einlädt. An der Strecke sind in gewissen Abständen Informationstafeln in vier Sprachen installiert (tschechisch, deutsch, polnisch und englisch). Der Lehrpfad führt aus dem Stadtkern von Desná auf der Straße entlang zum Felsen mit Gedenktafel in Desná I, hinter dem Kindergarten nach Malá Strana, zurück zur Straße und vor der Buswendestelle zur ehemaligen Wasserkläranlage und weiter stromaufwärts am Fluss entlang bis zur Gebrochenen Talsperre. Die erste Informationstafel befindet sich daher im Stadtzentrum, am Anfang des Lehrpfades. Es macht die Besucher der Stadt in Wort und Bild kurz mit der Tragödie an der Weißen Desse bekannt. Die zweite Tafel steht hinter dem Kindergarten, an ihr bekommen die Besucher historische Fotografien der Häuser kurz nach der Tragödie zu sehen, die von erläuternden Texten ergänzt sind. Die dritte Informationstafel ist hinter der Brücke installiert (bevor man wieder die Straße betritt), sie informiert anhand von Fotodokumentationen und kurzen Erläuterungen über die Kaskaden an der Weißen Desse. Die vierte Tafel an der Buswendestelle enthält weitere interessante Einzelheiten, die Desná mit Albrechtice verbinden – die Marienstufen (Mariánské schody). Am weiteren Wegverlauf (zwischen der ehemal. Kläranlage und der Gebrochenen Talsperre ) wurden drei liebevoll gestaltete Raststellen geschaffen, mit Blick auf das wilde Flussbett und Gelegenheit, anhand interaktiver Lehrtafeln des Forstbetriebs Lesy ČR die Kenntnisse über die hiesige Fauna und Flora aufzufrischen. Auf dem Gelände der Gebrochenen Talsperre selbst entsteht im Laufe dieses Jahres in der Regie des Wasserwirtschaftsbetriebs Povodí Labe ein „technischer Lehrpfad“ mit Lehrtafeln.

Das Programm zur Wiederherstellung dieses Kulturdenkmals und seiner Umgebung ist in Übereinstimmung mit dem langfristigen Programm zur Entwicklung des Tourismus in der Mikroregion Tanvald und der Region Liberec. Das Projekt soll die erwähnte Lokalität attraktiver machen und das Interesse an diesem Teil des Isergebirges steigern. Sonntag, den 18. September 2016, findet auf dem Gelände der Gebrochenen Talsperre eine Gedenkfeier statt. Sie soll an das unglückliche Ereignis erinnern und bietet gleichzeitig Anlass zur feierlichen Eröffnung des wiederhergestellten Areals dieses bedeutenden Tourismuszieles, samt heiliger Messe für die Opfer der Katastrophe und Einweihung eines kleinen Denkmals sowie einiger weiterer Aktivitäten. Die Gebrochene Talsperre soll nicht nur trauriges Memento sein, sondern zum attraktiven Tourismusziel, zum Ort für Begegnungen, zur Erholung und stiller Andacht werden.

Die ‚Gebrochene Talsperre‘ – historische Zusammenhänge

Die Talsperre an der Weißen Desse (heute Gelände der Gebrochenen Talsperre/ Protržená přehrada) wurde zusammen mit der Darretalsperre (Souš) als Teil eines Hochwasserschutzsystems errichtet. Das Projekt, an dem auch Professor Dr. Ing. Otto Intze mitwirkte, entstand auf Initiative der Wassergenossenschaft Dolní Polubný. Ihr Projektant war Ing. Wilhelm Plenkner. Der Bau wurde am 17. Oktober 1911 aufgenommen, zwei Monate später als der Bau der Darretalsperre. Beide Stauwerke wurden durch einen 1104,8 m langen Stollen mit 1‰ Längsgefälle miteinander verbunden. Dieser sollte zur Wasserableitung aus der Talsperre an der Weißen Desse/ Bíla Desná in die Darretalsperre dienen. Die Bauabnahme beider Talsperren erfolgte am gleichen Tag – am 18. November 1915. Genau zehn Monate später brach die Talsperre an der Weißen Desse. Zu diesem Zeitpunkt enthielt sie 290 000 m³Wasser, d.h. sie war circa zu drei Vierteln gefüllt (ihr Gesamtstauraum sollte 400 000 m³ betragen).

Am 18. 9. 1916 beobachtete man um 15.30 Uhr eine erste Durchsickerung (ein etwa 2 Zentimeter schwaches Rinnsal), um 15.55 Uhr spritzte das Wasser schon stark, um 16.15 h begann das Pflaster an der Wasserseite durchzusacken, um 16.45 h brach es völlig ein. Das Wasser stürzte unkontrolliert durch einen ca. 40 Meter breiten Dammbruch und riss alles mit fort, was ihm im Wege stand. Die Talsperre befindet sich zwar in der Gemarkung der Gemeinde Albrechtice v Jizerských horách, aber besonders katastrophal waren die Folgen auf dem Gebiet des heutigen Desná I.

Geplante technische Daten der Talsperre:

Staudamm: Schüttdamm, an der Basis 54 m breit, Höhe 14,6 m über dem Gelände, 5,2 m Breite in der Krone, mit einer Überhöhung von 1,6 m über dem höchsten Wasserpegel im Staubecken

Gesamtstauraum: 400 000 m³

Hinweis!

Zur Gebrochenen Talsperre besteht strenges Fahrverbot für Kraftfahrzeuge.

Ebenso gilt strenges Park- und Halteverbot in der gesamten I. Schutzzone des Staubeckens Souš (laut „Wasserschutzgesetz“), was gemäß Verkehrsbeschilderung den gesamten Abschnitt zwischen Souš und der Kreuzung mit dem Weg Kasárenská cesta betrifft.

Text: Mag. Dana Nývltová