Lehrpfad Durch die Umgebung von Jindřichovice (Heinersdorf an der Tafelfichte) zu den Höhen der Ideale und in die Täler der Seele

Die Rundwanderung beginnt in Jindřichovice vor dem Museum des Lebens der Landbevölkerung vor der Industriellen Revolution.

Von hier aus brechen wir in Richtung Westen auf, entlang des Flusses zur Windmühle und weiter nach Norden auf den Kamenný vrch (Steinhügel). Von hier kehrt der Pfad allmählich über den Windpark und die Ruine der Kirche St. Jakob zum Ausgangspunkt Jindřichovice pod Smrkem (Heinersdorf an der Tafelfichte) zurück. Die Länge des Pfades können Sie je nach Lust und Kräften anpassen. Sie lernen ein Lebendes Freilichtmuseum und Windenergieanlagen kennen, bewundern können Sie die größte Ameisenstadt in der Region Liberec, die Mäander des Heinersdorfer Baches (Jindřichovický potok), Sie gehen durch die Tür in eine andere Zeit, bestaunen die Jugendstilvillen von "Klein Wien", erfrischen sich in einem Teich, lassen die Mauern einer kleinen romanischen Kirche oder eine denkwürdige Buche zu Ihnen sprechen, gedenken des einstigen Ruhms des hiesigen Bahnhofes, der Wassermühle und weiterer Orte - kurz: Sie überqueren die Höhen der Ideale in die Täler Ihrer Seele!

Jindřichovice pod Smrkem (Heinersdorf an der Tafelfichte)

Die Gemeinde auf dem Gebiet des Friedländer Ausläufers auf ursprünglich keltischem Territorium wurde durch das Geschlecht Bieberstein gegründet, die erste urkundliche Erwähnung der Gemeinde stammt aus dem Jahre 968. Die ursprüngliche Gemeinde Jindřichovice wurde im Jahre 1431 von den Hussiten niedergebrannt. Aus jener Zeit blieb lediglich ein Torso der ursprünglichen romanisch-gotischen Kirche St. Jakob erhalten, der als historische und archäologische Kostbarkeit erachtet wird. Das heutige Jindřichovice wurde ein Stück weiter nördlich wiederaufgebaut. Den größten Aufschwung erlebt die Gemeinde zu Beginn des 20. Jahrhunderts, als sie "Klein Wien" genannt wurde. Zu den Sehenswürdigkeiten der Gemeinde gehören neben den Ruinen der Kirche noch das Museum des ländlichen Lebens vor der Industriellen Revolution mit einer Sammlung zahlreicher Exponate, von großen Landmaschinen bis hin zu Geschirr und Werkzeug des täglichen Bedarfs, welches in der Vergangenheit verwendet wurde, und die Dreifaltigkeitskirche. In Jindřichovice ist die Endstation der Eisenbahnstrecke von Frýdlant, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts bis nach Polen führte.

Windmühle

Windmühle aus den dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts als Bestandteil des Lebenden Freilichtmuseums, etwas kleiner, jedoch immer noch funktionsfähig und als einzige in Böhmen für die Öffentlichkeit zugänglich. Das typische zylinderförmige Bauwerk mit Lehmputz, einer Turbine und einem mit Schindel gedeckten Dach dient nicht nur den Besuchern, sondern auch dem Mahlen von Getreide.  Darüber hinaus beherbergt sie eine Ausstellung zu allen Windmühlen in der Tschechischen Republik. Geöffnet ist sie in der Saison von März bis Oktober.

Kamenný vrch (Steinhügel)

Hügel in einer Meereshöhe von 443 m im Fiedländer Hügelland. Im Hinblick auf das Auftreten von 150 bis 200 Ameisenhaufen ist das Gebiet als Naturdenkmal geschützt (Kennzeichnung der Anzahl der Ameisenhaufen an den einzelnen Bäumen).

Windenergieanlagen

Zwei Windkraftanlagen, errichtet im Bemühen um die energiewirtschaftliche Selbstversorgung. Es handelt sich um einer erneuerbare Energiequelle aus der Windströmung. In einer Blockhütte am Fuße der Windkraftanlagen hat das Umweltinformationszentrum Jindřichovice pod Smrkem seinen Sitz, welches Informationen zu erneuerbaren Energiequellen, vor allem zu den Windkraftanlagen in Jindřichovice, gewährt. Im Rahmen eines Fachkommentars kann man sich mit eigenen Ohren von ihrer "Lärmbelästigung" überzeugen, mit eigenen Augen ihren Eingriff in den Landschaftscharakter beurteilen, Informationen über Solarmodule, über die Nutzung von Wasserstoff als Energiequelle, über Biomasse, mit der man heizen kann, einholen und auch von innen und außen das norwegische Blockhaus mit einem Rasendach besichtigen.

Ruine der Kirche St. Jakob

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Die Kirche stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts. Zerstört wurde sie durch die Soldaten des Hussitenheeres bei der Rückkehr von der Ostsee unter dem Befehl von Jan Čapek von Saan. Bis in die heutigen Zeiten blieben lediglich ein Rest des Presbyteriums, Relikte des Schiffes und der beiden Seitenaltäre erhalten. Die Kirche wurde in spätromanischem Stil erbaut. Sie ist ein Relikt des ursprünglichen Dorfes Jindřichovice, welches im Jahre 1431 gemeinsam mit der Kirche von den Hussiten niedergebrannt wurde. Die Glocken aus dieser Kirche wurden später beim Bau der neuen Kapelle verwendet und die Reste der Ruine wurden später als Material für den Straßenbau genutzt. Der Überlieferung nach ist unter der Ruine ein Kirchenschatz verborgen, der vor den Hussiten versteckt wurde. Hieran ist eine Legende geknüpft, wonach in Mondnächten in der Ruine der Geist jenes getöteten Einsiedlers erscheint, der hier einst lebte und von verbrecherischen Schatzsuchern umgebracht wurde. Angeblich sah man ihn auf einem aus der Kirchenmauer herausgefallenen Stein sitzen.

 


Jindrichovice pod Smrkem

Jindřichovice pod Smrkem